Digitale Datensicherheit

Elfriede Gaa hat die eigens gegründete Gaa GmbH zum Erfolg geführt

Foto von Frau Gaa, die zwischen großen Regalen gefüllt mit Pappkartons steht

Elfriede Gaa hat gegen viele Widerstände eine Firma für Dokumenten-Management gegründet und das Unternehmen digital ausgebaut. Oder wie sie sagt: „immer wieder dicke Dinger gedreht“. Das Porträt einer Pionierin.

 

Mal blitzen sie herausfordernd, mal tadelnd – um im nächsten Moment voll selbstloser Freude zu strahlen. Wenn Elfriede Gaa über ihr bewegtes Leben spricht, werden die Szenen in ihren braun-grünen Augen lebendig. Etwa der Moment vor fast 50 Jahren, als sie einem Bekannten erklärte, sie könne eines dieser neuartigen Mikrofilmgeräte zusammenbauen: „Selbstverständlich kann ich das!“, sagte sie da entschlossen – obwohl sie keine Ahnung hatte. Oder der kämpferische Blick, dem sich ein Banker in den 70er-Jahren gegenübersah, als er sagte, er habe eigentlich „einen Herrn Gaa“ zum Kreditgespräch erwartet. Und wenn die heute 84-Jährige erzählt, wie in den 80er-Jahren vietnamesische Boatpeople in ihr Unternehmen kamen „und mit ihnen das Glück in die Firma einzog“ – dann sammeln sich Tränen der Dankbarkeit in ihren Augenwinkeln.

Die Gründerin

Elfriede Gaa hat die Gaa GmbH 47 Jahre geleitet.

Digitalisierung hochsensibler Daten

47 Jahre lang hat Elfriede Gaa das Unternehmen für Dokumenten-Management auf- und ausgebaut. Inzwischen scannen 140 Mitarbeiter täglich Tausende Unterlagen für Kunden in ganz Deutschland, hosten Systeme für Banken und Industriebetriebe, erstellen digitale Postkörbe, sorgen für die Sicherheit der bisweilen hochsensiblen Daten. Alle reden heute vom digitalen Wandel – Elfriede Gaa hat ihn vor Jahrzehnten schon mitgestaltet.

Das Schicksal, aber auch der Zufall haben daran mitgewirkt. Zunächst füllt Elfriede Gaa die klassische Rolle als Mutter aus, zieht mit ihrem Mann nach Friedrichsdorf, der dort ein Ingenieurbüro führt. Als ihr Ehemann völlig unerwartet stirbt, muss sie nicht nur die drei Kinder alleine großziehen – nebenher führt sie auch noch das Ingenieurbüro weiter. Das kostet immens viel Kraft, und ihr zweiter Ehemann rät ihr, das Ingenieurbüro aufzugeben. Doch wohin mit all den Bauplänen?

Heilige Hallen

Im Archiv Center am Firmensitz lagern rund zwei Millionen Ordner in schier endlosen Gängen. 

Eine schier unerschöpfliche Energie

Als Pragmatikerin mit Weitblick schafft sie sich ein neuartiges Mikrofilmgerät an und archiviert damit die Unterlagen. Als sie wegen einer kleineren Operation ins Krankenhaus muss und dem Oberarzt davon erzählt, sagt dieser: „Das klingt klasse – wir haben Bedarf.“ 

Es ist die Geburtsstunde von „Mikrofilmtechnik Gaa“. Vom Wintergarten ihres Hauses aus baut Elfriede Gaa das Unternehmen aus. Schnell zählen auch Autohäuser und Banken zu ihren Kunden. „Das war alles andere als leicht“, erinnert sie sich. Wenn die Kinder schliefen, fuhr sie los, las Dokumente ein, die Filme entwickelte sie im Keller. Aber es lief, sie hatte den richtigen Riecher. Und eine schier unerschöpfliche Energie.

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Ihr Enthusiasmus steckt an

In einer Zeit, in der Ehefrauen keine größeren Anschaffungen ohne Einwilligung des Gatten tätigen dürfen, überzeugt sie mit ihrem Enthusiasmus die Bank, ihr einen Kredit zu gewähren. Mit dem Geld bezieht sie 1978 zwei Stockwerke eines Bürogebäudes in der Friedrichsdorfer Taunusstraße. Mit unternehmerischem Weitblick wagt sie sich fortan in neue Bereiche vor: Bereits 1989 setzt sie auf digitale Lösungen, kauft Scanner und Server, baut den Firmensitz in Friedrichsdorf und expandiert. Standorte etwa am Frankfurter Flughafen, München und in Augsburg kommen hinzu.

„Die Loyalität gegenüber meinen Mitarbeitern, Kunden und Dienstleistern hat mich immer getragen“, betont sie. So wie sie mit jenem Banker, der sie als junge Frau zunächst nicht empfangen wollte, jahrzehntelang gut zusammengearbeitet hat, pflegt sie auch mit der Süwag und ihren Vorgängergesellschaften „eine großartige, gewachsene Partnerschaft“.

Früh Verantwortung übernommen

Materielle Dinge, Erfolg oder Prestige seien kein Antrieb für sie, „vielmehr das Kümmern um andere“. Geboren 1935 in Herschbach im Westerwald, musste sie als Älteste von sechs Geschwistern früh Verantwortung übernehmen. Essen, Schuhe, Spielzeug – während der Kriegsjahre fehlte es an allem. „Einfach nur Kind sein – das gab es in meinem Leben nicht“, sagt sie nachdenklich. Ebenso wenig wie Wochenenden oder Urlaub. „Doch ich vermisse nichts: Ich habe jeden Morgen meine Firma glücklich betreten und bin abends glücklich gegangen.“

Auch von Schicksalsschlägen erzählt die Unternehmerin ohne Scheu. Ihr Sohn Markus war bereits als ihr Nachfolger ernannt, als er 2009 ins Wachkoma fiel. Zusammen mit ihrem zweiten Ehemann pflegt sie ihn zu Hause. „Ja, und jetzt habe ich mein Unternehmen verkauft“, sagt sie und blickt sich im Archiv Center am Stammsitz um. Etwas Wehmut kommt da schon auf. Aber sie freut sich darauf, „über die Goethestraße in Frankfurt zu strunzen“ oder wieder ihrer Leidenschaft für Heimatgeschichte zu frönen. Denn egal was die Zukunft bringt: Ein bemerkenswerter Mensch mit Weitblick ist man nicht für einen Moment oder einige Jahre. Man ist es für immer.

Der Firmensitz

Die Gaa GmbH ist in der Max-Planck-Straße in Friedrichsdorf zu Hause.

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Die Gaa GmbH passt sicher

Informationsmanagement
70 Banken, Versicherungen, die öffentliche Hand und Industriekunden setzen auf die Dokumenten-Management-Lösungen der Gaa GmbH. Unterlagen werden gescannt, verarbeitet, indexiert und archiviert.

Fälschungssicher
Auch in digitalen Zeiten werden sensible Unterlagen nach wie vor auf Papier archiviert. Im Archiv Center lagern zwei Millionen Ordner.

Für die Ewigkeit
Unwiederbringliche Dokumente wie Aktien werden auf Mikrofilm archiviert. Die Daten lassen sich noch in 500 Jahren mit einer Lupe auslesen.

Standard
Die meisten Kunden setzen auf digitale Archivierung. Dokumente können so kostengünstig und platzsparend aufbewahrt werden. Weitere Vorteile sind schnelle Auffindbarkeit, Verfügbarkeit und die einfache Bereitstellung von Informationen.


Dezember 2019

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